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Was bedeutet es, Fotograf für das Kölner Boulevardblatt EXPRESS zu sein? Ist es ...die Chance, in einer eigenen fotografischen Sicht die Brennpunkte des öffentlichen Interesses abzulichten? Oder ...eine Vereinnahmung durch die Absichten, Interessen und Produktionsbedin-gungen der Tagespresse?

Christof Krackhardt hat dies als aufreibende Gradwanderung zwischen beidem erlebt. Mit viel Zeit, Material und Gefühl das er investierte, ist daraus in den sieben Jahren seiner Tätigkeit, ein großes Bildarchiv entstanden.

Die Ausstellungsreihe Menschen des veröffent-lichten Lebens macht Teile dieses Archivs nun für neue Sichtweisen zugänglich. Sie zeigt Portraits prominenter Menschen in überlebensgroßen Formaten und wechselnden Zusammenhängen.

Irritation und neue Sichtweisen: Sie alle, die Portraitierten sind Menschen des veröffentlichten Lebens. Die mit ihrem Betrachten einhergehende Wiedererkennung, im Grunde ein Zitieren der uns von den Medien beschriebenen Persönlichkeiten, wird auf eine seltsame Weise gestört. Darstellung und Präsentation verweisen auf ihre Individualität, versuchen einen Bogen zu spannen zur Banalität und Tragik eines jeden Menschenlebens - denn mit genau diesem Blick hat Christof Krackhardt sie portraitiert, und vielleicht hat er ja auch ein winziges Stück ihrer Seele sichtbar gemacht.

Die einzelnen Ausstellungsräume

Zu Beginn fanden die Exponate im schlichten, atmosphärisch pointierten Kirchenbau von St. Theodor, Köln ihren Raum. Die Prominenten-bildnisse präsentieten sich gleichwertig neben-einander geordnet an einem ruhigen aber dennoch belebten sakralen Ort, fernab ihrer 'eigentlichen Herkunft'.

Im Vonderau Museum, Fulda waren die Exponate in der historisch barocker Atmosphäre zu sehen. Das Museum liess eine Ausstellungsführung von großzügigen, schlichten Räumen bis hin in die Museumskapelle zu, in der die Portraits den Platz der eigentlichen Gemälde einnahmen und so nachdrücklich im Gesamtzusammenhang des an sich barocken Raumes wirkten.

Als letzte Ausstellungsstation werden die Exponate im Maritim Hotel, Köln zu sehen sein. Dort wird ihrem, von der Presse verliehenen, Charakter des Repräsentativen, wie auch ihrem Gastdasein an den einzelnen Ausstellungsorten noch einmal in exponierter Weise Ausdruck verliehen: Die Portraits finden einen je eigenen Repräsentativplatz vor dem Fenster eines Hotelzimmers. An dieser Stelle illustrieren sie nun keine Prominentenstories mehr, sondern repräsentieren beliebig zugeordnete Hotelgäste.

Vernissage im Maritim Hotel

22. September 2008, 19 Uhr

Es sprechen:
Prof. Rolf Nobel, Pfr. Franz Meurer, Annette Hellinger, Günter Zint.
Soxophonklängen gibt es von:
Gerit von Stockhausen.

Ausstellung im Maritim Hotel

22. September bis 08. Oktober 2008
rund um die Uhr geöffnet

Maritim Hotel, Heumarkt 20, 50667 Köln

Das Maritim Hotel liegt direkt an der Haltestelle Heumarkt, die von den Linien 1, 7, 9, 132 und 133 angefahren wird.

» Hier können Sie sich die Adresse auf Google Maps anzeigen lassen.


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